Mit dem Camper nach Norwegen

Schon seit mehreren Jahren steht der Berg Segla in Norwegen ganz weit oben auf meiner Foto-Bucketlist. Diesen Sommer sollte sich endlich die Gelegenheit ergeben und so konnte ich mit dem Wohnmobil für drei Wochen die schroffe Landschaft Norwegens erkunden. Um den Berg Segla weit im Norden Norwegens zu fotografieren, mussten wir einen Umweg von ca. einer Woche fahren. Ob das Wetter mitgespielt und es sich gelohnt hat, erfährst du in diesem Reisebericht.

Der Plan:

Von Deutschland, über Dänemark, nach Schweden die Ostseeküste hoch, rüber nach Norwegen und den ganzen Weg über die Berge und Fjorde zurück nach Deutschland. Über 8000 Kilometer in drei Wochen versprechen unzählige Fotospots und tolle Augenblicke.

 

Die ersten Tage:
Die ersten fünf Tage hieß es für uns Kilometer schrubben, bis zur Insel Senja in Norwegen. Auf dem Weg dorthin haben wir an wunderschönen Orten übernachtet und natürlich einige Sonnenauf- und Sonnenuntergänge fotografiert. Die Distanzen sind in Schweden und insbesondere Norwegen ganz anders einzuschätzen. Wo man in Deutschland für 300-400 km nur wenige Stunden benötigt, fühlen sich hier schon 100 km wie eine Ewigkeit an.
Auch wenn wir die Mittsommernächte verpasst haben, ist es faszinierend, dass es selbst Ende August immer noch nicht richtig dunkel wird. Ein Traum zum Fotografieren, wenn die gesamte Nacht aus einer Lichtstimmung wie in der blauen Stunde besteht.

 

Endlich auf Senja:
Am fünften Tag erreichten wir nach ca. 3000 km endlich Senja. Eine Insel die mindestens genauso schön, wie die Lofoten ist und weit weniger touristisch erschlossen. Die Straßen wurden zunehmend schmaler und immer schlechter. Die Tunnel sind in blanken Felsen geschlagen, prinzipiell einspurig und meist komplett unbeleuchtet. Mit unserem großen 4,4 Tonnen Camper etwas unbehaglich, wenn man deutsche Straßen gewohnt ist.

 

Nachdem wir die Insel tagsüber bei schönstem Sonnenschein und angenehmen 19° mit unserem Camper erkundet haben, war ich Feuer und Flamme Das Bild der Reise zu fotografieren! Den Berg Segla zum Sonnenuntergang. Wir suchten uns also in dem malerischen Dörfchen Fjordal einen schönen Stellplatz und folgten dem recht unwegigen Trampelpfad zum Berg. Auf dem Weg hinauf zog sich der Himmel immer stärker zu. Anfangs hatte ich noch Hoffnung, doch oben angekommen stand ich im tiefsten Nebel. Nichtsdestotrotz sind zusammen mit den drei Locals (Even, Daniel, Tim) und den zwei Holländern (Gerwin und Helena) noch einige hammer Bilder an der Klippe entstanden, welche über 500 Meter senkrecht abfällt.


Mit diesen Bildern wollte ich mich aber absolut nicht zufriedengeben. Haben wir extra den riesigen Umweg bis Senja gemacht, um dann ohne Das Bild vom Berg Segla weiter zu fahren? Auch wenn es einen engen Zeitplan einzuhalten galt, musste ich es wenigstens ein zweites Mal versuchen.
Und was soll ich sagen, diesmal war das Wetter auf meiner Seite!

 

 

Senja hat natürlich nicht nur den Berg Segla zu bieten. Hier findet man auch Strände, die genauso gut auch in der Karibik sein könnten. Kristall klares (aber scheiß kaltes) Wasser und weiße Sandstrände. Ein beeindruckender Gegensatz zu den Bergen.

 

Lofoten:
Die Lofoten sind wahrscheinlich die bekannteste Region in ganz Norwegen. Neben den schroffen Felsen und traumhaften Aussichten bieten viele kleine Inseln unzählige Fotomotive. Den ersten richtig beeindruckenden Fotospot habe ich in Heaningsvaer gefunden, ein Dorf welches auf einigen kleinen Inseln lieg, über Brücken verbunden ist und sogar sein eigenes Fußballfeld auf einer der Inseln hat! Ein super Kontrast.
Hier an der Küste gab es ziemlich starke Sturmböen, so dass ich doch etwas Angst um meine Drohne hatte. Völlig unbegründet wie sich herausstellte. Die Dinger können doch deutlich mehr ab, als vermutet.

 

Weiter gings Richtung Süden, zu dem wohl bekanntesten Fotospot auf den Lofoten. Die alten Fischerhäuschen in Hamnoy. Die ältesten Hütten stammen aus 1890er Jahren. Heute werden diese aber nur noch an Touristen vermietet.


Am nächsten Tag tauchte die aufgehende Sonne die tiefhängenden Wolken in feuerrotes Licht. Ein wunderschönes Farbspiel mit einem Verlauf in den Wolken von tiefen blau zu feuerrot.

 

Nach dem Frühstück ging‘s dann für uns auf einer steilen Wanderung zum Reinebringen. Ein super Aussichtspunkt für den sich der Aufstieg richtig lohnt.
Leider hatten wir hier keine Zeit auf gutes Licht bis zum Sonnenuntergang zu warten, denn 19:30 ging schon unsere Fähre zurück auf das Festland nach Bodo.

 

Der Süd-Westen:
Aus fotografischer Sicht hatte ich die Highlights Norwegens jetzt im Kasten. Gerne hätte ich auf Senja und den Lofoten mehr Zeit verbracht, aber unser Zeitplan erlaubte es leider nicht.


Der Süden beeindruckt durch seine großen Fjorde, doch im Norden erschienen mir die Berge irgendwie etwas majestätischer. Auf dem Weg Richtung Oslo haben wir noch ein paar schöne Orte gefunden, doch an Senja und die Lofoten kam nichts heran.

 

Zurück in Schweden haben wir kurz hinter der Grenze noch einen alten Schrottplatz entdeckt. Hier wurden in den 70er und 80er Jahren Neuwagen in Schweden demontiert, in Einzelteilen nach Norwegen eingeführt und dort wieder zusammengebaut. Wohl alles aufgrund sehr hoher Importzölle. Nach einer Gesetzesänderung hat sich das Geschäftsmodell nicht mehr gelohnt und seitdem verrotten dort im schwedischen Wald schätzungsweise über 1000 Autos. Vor allem für Lost-Place Fotografen ein ziemlich cooler Ort!

 

Während der gesamten drei Wochen haben wir auf keinen einzigen Campingplatz übernachtet. Das Jedermannsrecht hat es uns ermöglicht, an wunderschönen Orten zu übernachten mit traumhaften Ausblicken, direkt aus dem Bett.

Egal ob du mit dem Zelt oder Camper unterwegs bist, kann ich dir auf jeden Fall die kostenlose App "Park4Night" empfehlen. Ohne sie hätten wir viele wunderschöne Stellplatze wahrscheinlich nie gefunden.

 

Über die mehr als 8000 Kilometer und drei Wochen, war der tolle Camper von Heunsch unser zuhause. Wenn ich dir mit meinen Bildern etwas Reiselust verpasst habe, schau doch mal bei dem super lieben Team von Heunsch vorbei. Sie haben sicher auch für deine Reise den passenden Camper. ;)

Zusammenfassend kann ich sagen, dass Norwegen und insbesondere die Insel Senja meine Erwartungen wirklich übertroffen hat! In drei Wochen über 8000 Kilometer zu schrubben ist dann aber doch etwas viel, um alles ausfühlich zu erkunden. Für den ersten Überblick von Norwegen war es auf jeden Fall eine super Reise! Das nächste mal geht's dann für mich vielleicht im Winter nach Senja um die Nordlichter zu fotografieren. ;)

 

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