Behind the Picture #2

In diesem Artikel möchte ich dir zeigen, warum sich meine Wanderung zum Sonnenaufgang in den Bayerischen Alpen über 6 Kilometer, 1,5 Stunden und knapp 1000 Höhenmetern mehr als gelohnt hat!

 

 

Begonnen hat meine Reise in die Alpen auf dem Brocken, dem größten Berg in Mitteldeutschland. Ich war dort gerade auf der Suche nach einem geeigneten Spot um die nostalgische Brockenbahn im Tiefschnee zu fotografieren. Auf dem Rückweg traf ich dabei Jörn und Addy (Link zu Instagram) aus Köln, welche auch auf der Suche nach einem Spot für die Dampflokomotive waren. Ich zeigte ihnen also meinen Lieblingsspot und begleitete die Beiden. Während des zweistündigen Rückweges unterhielten wir uns u. a. darüber, wie geil nicht eine Fototour in den Alpen wäre, planten aber nichts weiter.

Zwei Wochen später bekam ich eine Nachricht, dass die Beiden am Wochenende in die Alpen fahren und fragten ob ich nicht mitkommen wollte. So schnell geht's und wir trafen uns drei Tage später in Füssen (bei Schloss Neuschwanstein).

 

 

An diesem Wochenende sollte das Wetter leider nicht so mitspielen, wie wir es uns vorgestellt hatten. Tiefe Wolken verdecken das gesamte Wochenende die beeindruckenden Bergmassive. Am Samstag fuhren wir deshalb zu den Plansee in Österreich und klapperten die typischen Spots ab. Am Abend versuchten wir nochmal unser Glück bei Schloss Neuschwanstein, von dem am Morgen nichts zu sehen war. Wir hatten tatsächlich Glück und konnten noch ein paar Minuten vor Sonnenuntergang einige Bilder vom Schloss machen. Nach dem doch recht anstrengenden Tag, gönnten wir uns am Abend noch das ein oder andere Bier... ;)

 


 

Aber wie es sich für Landschaftsfotografen gehört, ist das kein Grund auszuschlafen und so fotografierten am nächsten Morgen, ein paar Kilometer entfernt, am Geroldsee. Leider war auch dort weder etwas vom See selbst, noch von dem Bergmassiv zu sehen. Addy's rote Jacke rette dann aber doch noch ein paar Bilder. Typisch Instagram halt. Naja... :D

 

 

Nachdem wir dort fertig waren, mussten wir uns auch schon verabschieden. Jörn und Addy fuhren wieder zurück in die Heimat. Als Student habe ich es da doch deutlich einfacher. :D Da ich nicht wirklich zufrieden mit meinen Aufnahmen war, blieb ich noch zwei weitere Tage und fotografierte auf dem Wallberg (beim Tegernsee) und am Königssee.

 

Um ehrlich zu sein, fehlte mir am Sonntag Abend etwas die Motivation am nächsten Morgen wieder 4:30 aufzustehen, um den Sonnenaufgang auf dem Wallberg zu fotografieren. Irgendwie habe ich mich aber doch dazu aufraffen können und machte mich 5 Uhr an den Aufstieg über knapp 1000 Höhenmeter. Es dauerte ca. eineinhalb Stunden um die 6 Kilometer hinter mich zu bringen. Als es langsam dämmerte konnte ich erkennen wie unglaublich die Landschaft von hier oben über dem Nebel ausssah!

Kurz vor meinem Ziel, der Wallberg Kapelle, war ich so erschöpft, dass ich nicht mehr laufen konnte. Meine Beine machten einfach schlapp. Es war ziemlich steil und eisig kalt. Ich hatte meine Ausdauer wohl etwas überschätzt... Nach kurzer Zwangspause am Wegesrand musste ich aber einfach weiter! Ich war sowieso schon ein paar Minuten zu spät dran. Oben angekommen war alles vergessen. Die kleine Kapelle tronte stolz über dem Nebelmeer und die Sonne tauchte den Nebel in ein mystisches, goldenes Licht. Die Aussicht war einfach unglaublich!

 


 

Nachdem ich meine Bilder im Kasten hatte, genoss ich noch die einsame Stille auf dem Gipfel und ließ mich etwas von der Sonne aufwärmen. Der Aufstieg hätte sich auch schon ohne Bilder, nur für diesen Moment gelohnt.

 

 

Den Weg ins Tal nahm ich dann die angenehme Variante mit der Seilbahn. Zum Sonnenaufgang um 7 Uhr war sie noch nicht in Betrieb. Beim Auto angekommen, fuhr ich weiter zum Königsee. Ich erhoffte mir dort die Eiskapelle fotografieren zu können. Leider war es dort zu gefährlich, da wegen der wärmenden Sonne einige Lawinen ausgelöst wurden. Ich ließ den Tag und die Tour also entspannt mit einer kleinen Bootstour auf dem Königssee ausklingen.